So schafft man Anreize zum Kommentieren

Eine Funktion, die WordPress schon von Haus aus mit bringt ist die Kommentarfunktion. Leider schalten immer noch einige diese Möglichkeit zur Interaktion mit den Lesern aus, dabei kann das ganze eine wunderbare Bereicherung für den eigenen Blog darstellen. Denn nicht nur regelmäßige Artikel, auch die Reaktionen, Ergänzungen, Kritik, Lob und Einwände der Besucher machen einen Blog so richtig lebendig.

Dafür, dass man die Kommentarfunktion gar nicht erst aktiviert, kann es mehrere Gründe geben.

  • Angst vor Spam
    … ist natürlich berechtigt, denn dieser kommt früher oder später, wenn der eigene Blog etwas bekannter wird. Allerdings gibt es heute einige wirklich gute Plugins, die einem helfen, Spam schon im Vorfeld herauszufiltern. Auch Captcha-Plugins oder ähnliche Tests (Text aus Textfeld löschen lassen, Frage beantworten lassen, leichte Matheaufgaben) sind nicht allzu schwer einzubinden.
  • Angst vor negativen Kommentaren und Streit
    … kann ebenfalls eine begründete Sorge sein - vor allem, wenn man mit dem Blog eine gewisse Reputation widerspiegeln möchte. Wie man damit am besten umgehen kann, diskutiere ich etwas später unter dem Punkt “Kommentarmoderation”.

Eine Kommentarfunktion, die aber von niemanden genutzt wird, ist andererseits auch überflüssig.

Wie stellt man es aber am geschicktesten an, dass es genau dazu nicht kommt?

An dieser Stelle mal eine Liste von Möglichkeiten, die ich persönlich für interessant halte. Die Liste ist natürlich nicht vollständig und berücksichtigt absichtlich einige Aspekte nicht.

  • Diskussion
    Es wird immer Themen geben, die zur Diskussion einladen. Tu das! Suche dir ruhig mal ein Thema heraus, in dem du entweder Position beziehst oder aber Fragen an User weiterreichst. Vermeide aber zu allgemein zu bleiben. Denn kaum einer wird Lust haben, ellenlang auszuholen. Und gerade diese Gefahr ist bei zu allgemeinen Themen verstärkt gegeben.
    Gerade heiße Diskussionen können zusätzliche Besucher anziehen und dazu bringen, regelmäßig vorbeizuschauen, um zu sehen, ob sich bei der Diskussion nochmals etwas getan hat. Ein lebendiger Meinungsaustausch ist immer spannender als ein statischer Artikel allein.
  • Fragen am Ende des Artikels
    Auch wenn ein Thema sich nicht zu großen Diskussionen eignet, binde doch am Ende deines Artikels eine kurze direkte Fragestellung mit ein, auf welche die Leser schnell und leicht reagieren können.
    Hebt diese Fragen ruhig auch etwas deutlicher hervor, da diese gerade am Ende sonst gerne übersehen/überlesen werden.
  • Reagieren / Support leisten
    Zeige Präsenz. Zeige, dass dir die Meinung der Leser wichtig ist. Wenn Leser Probleme haben, versuche darauf einzugehen und ihnen zu helfen. Wenn es gelingt, vielleicht sogar in Gemeinschaft mit anderen Lesern, eine Lösung zu finden, werden sich die Leute deinen Blog sicher als kompetente Anlaufstelle merken und evtl. gar weiterempfehlen.
  • Selbst auf anderen Blogs kommentieren
    Wer mit gutem Vorbild voran geht und interessante Kommentare auf anderen Blogs hinterlässt, macht damit nicht nur auf den eigenen Blog aufmerksam, sondern kann auf diesem Wege auch andere Blogger “einladen”, sich mit einem Kommentar zu revanchieren.
  • Offen bleiben
    Besonders in Foren habe ich schon häufiger beobachtet, dass sich gerne ein enger Kreis (inner-circle) von Diskussionsteilnehmern bildet, der nach außen nicht unbedingt einlädt sich aktiv am Geschehen zu beteiligen, da man sich zunächst als Außenseiter fühlt.
  • Weg mit Nofollow
    Kommentare in WordPress-Blogs sind standardmäßig  mit “nofollow” gekennzeichnet. Für was soll das denn gut sein? Ganz einfach, damit weist man Suchmaschinen an, den Link zum Blog/zur Seite des Kommentators nicht zu werten. Zwar sollte es nicht unbedingt das Primärkriterium für kommentieren oder nicht-kommentieren sein, wie es der Blog mit nofollow hält, warum aber sollte der Blog nicht für gute Kommentare auch ein wenig etwas zurückgeben. Vernetzung ist schließlich das A und O der Blogosphäre.
  • Feed für Kommentare / Mailbenachrichtigung
    Gebt den Lesern die Möglichkeit auch die Besucherkommentare über einen Feed beobachten zu können. Evtl. empfiehlt sich auch der Einsatz eines Plugins, mit dessen Hilfe man sich über neue Kommentare zu einem bestimmten Artikel benachrichtigen lassen kann. Achten sollte man aber darauf, dass dieses über Double-Opt-In verfügt, also die Anmeldung per Mail nochmals extra bestätigt werden muss. Mag zwar für die Besucher umständlicher sein, verhindert aber Missbrauch und man steht rechtlich etwas sicherer da.
  • So einfach wie möglich machen
    Mache es deinen Besuchern so einfach wie möglich zu kommentieren. Zwangs-Registrierung oder ähnlich umständliche Vorgehensweisen schrecken viele ab.
  • Kommentarfunktion deutlich hervorheben
    Wer seine Kommentarfunktion zu gut versteckt, darf sich natürlich auch nicht wundern, dass niemand darüber reagiert.
  • Gewinnspiele/Aktionen über die Kommentarfunktion
    Über den “Wert” solcher Kommentare kann man sicherlich geteilter Meinung sein, aber auch das kann für Belebung eines Blogs sorgen. Und wenn einer erst mal die erste Hürde genommen hat, kommentiert er ja vielleicht öfters mal.

Und abschließend noch ein Aspekt, der in meinen Augen in diesem Zusammenhang ebenfalls von großer Bedeutung ist:

Kommentarmoderation

Beim Start eines neuen Blogs stellt sich natürlich immer auch die Frage, wie man es selbst mit der Kommentarmoderation hält. Alles automatisch freigeben? Lieber manuell freischalten? Oder gar eine Pflichtregistrierung einführen?

Wer Beiträge manuell freischalten möchte, sollte dies auch regelmäßig tun, da sonst die Enttäuschung deiner Besucher, wenn sich nichts tut so groß ist, dass es möglicherweise der erste und auch letzte Kommentar dieses Besuchers war.

Die Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen, bringt für den ein oder anderen auch unangenehmes mit sich. Zum einen Spam, zum anderen möglicherweise auch unsachliche und beleidigende Rückmeldungen. Die Frage, wie man mit unerwünschten Kommentaren umgeht, sollte man sich am besten schon im Vorfeld überlegen und sich eine eigene Richtlinie zurechtlegen. Welche Möglichkeiten es gibt, stellt das Upload-Magazin in einem Artikel recht schön dar.

Letztlich wird da jeder seine eigene Linie finden wollen und auch müssen.

Also, wie siehts aus? Was lädt euch am ehesten zum kommentieren ein und was hält euch eher ab?

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5 Responses to “So schafft man Anreize zum Kommentieren”

  1. Maik sagt:

    Na danke für die Tipps, da werde ich doch nochmal überlegen was ich bei mir so ändern kann, denn ein paar Kommentare mehr fände ich auch nicht schlecht…

  2. Andy sagt:

    Jap guter Artikel, aber dass jemand die Kommentarfunktion komplett abschaltet ist mir bisher nicht unter die Augen gekommen. ;-) Viel auf anderen Blogs kommentieren ist das A und O meiner Meinung. Selbst moderiere ich jeden Erst-Kommentar, les mir aber auch sonst alle Kommentare durch und versuche darauf einzugehen.

  3. @Horst: Die Gefahr, dass nachher keiner auf die Frage reagiert, besteht natürlich, ganz klar. Das ist aber ein Risiko, welches ich durchaus mal eingehen würde. Wenn man merkt, dass es im eigenen Blog überhaupt nicht funktionieren will, macht es natürlich auch keinen Sinn daran starr festzuhalten.

    Ich kann deine Statement ansonsten eigentlich nur unterschreiben. Die Leserschaft ist eben kein starres Gebilde und man kann eben auch nicht direkt in deren Köpfe hineinschauen. Mit ein wenig Analyse kann man aber auch schon weiterkommen.

    @Andy: “denka aber immer man freut isch selber doch auch wenn man gute Kommentare bekommt.”
    Auf jeden Fall. Feedback - egal ob in Form von Lob oder Kritik erfreut, da es bedeutet, dass sich Leute mit dem eigenen “Geschreibsel” befassen.

  4. Du schreibst es gäbe Blogs, die die Kommentarfunktion deaktiviert haben. Ich selbst habe solche Blogs noch nicht gesehen. Eine der elementarsten Funktionen eines Weblogs sind die Kommentare. Ein Blog lebt davon. Die Kommentarfunktion sollte deshalb selbstverständlich sein.

    Auch die meisten Tipps, die Du gibst sind eigentlich selbstverständlich. Allerdings sind da auch einige dabei, die eine gewisse Gefahr in sich bergen. Zum Beispiel der Tipp mit der Frage am Ende eines Artikels. Das habe ich auch schon gemacht und bei einigen keine Antwort erhalten. Das ist dann schon peinlich. Wobei wir schon beim nächsten Problem sind. Man ist sich nie sicher, ob das Thema, der Artikel bei den Lesern ankommt. Ich habe schon Artikel geschrieben und jede Menge Kommentare erwartet und es kam gar nichts! Andere, für mich unscheinbare Artikel haben eine wahre Kommentarflut hinterlassen. Das Thema Kommentare ist und bleibt für mich schwierig und undurchsichtig.

  5. Andy sagt:

    Interessanter Artikl und ich persönlich bin ein grosser Fan des Comments. Wie Du hier ja siehst, denka aber immer man freut isch selber doch auch wenn man gute Kommentare bekommt.

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